Dekon-P

Das Fahrzeug wurde durch das Bundesamt für Bevölkerungs- und Katastrophenschutz beschafft. Im Rahmen des Bevölkerungs- und Katastrophenschutzes wurde es dem ABC-Zug Landkreis Hildesheim zur Nutzung überlassen

 

Kommt es zu einer Freisetzung von chemischen, biologischen oder radioaktiven Gefahrstoffen, müssen sich Einsatzkräfte lageabhängig in kontaminiertem Gebiet bewegen. Bei Verlassen des abgesperrten Gefahrenbereichs müssen sie eine Dekontamination durchlaufen, um sich und andere Personen nicht durch Verschleppung von Gefahrstoffen zu gefährden. Für diese Aufgabe steht der Gerätewagen Dekontamination Personal, kurz GW Dekon P, zur Verfügung.

Was­ser­durch­laufer­hit­zer und Pum­pe, Quelle: BBK

Die zur Dekontamination von Personen benötigte Ausstattung ist auf einem LKW mit Ladebordwand verlastet. Der Aufbau erfolgt durch die Besatzung von 6 Helfern in kurzer Zeit. Die Anlage besteht aus einem Duschzelt sowie den sich daran anschließenden Aus- und Ankleidezelten. Zur Grobreinigung von Personal in Chemikalienschutzanzügen steht eine kleine Einpersonenduschkabine zur Verfügung. Eine Frischwasserpumpe versorgt einen Wasserdurchlauferhitzer, der warmes Duschwasser zur Verfügung stellt. Das Frischwasser wird in zwei Vorratsbehältern mit je 1000 Litern Inhalt gelagert. Die Zelte können mit einem separaten dieselbetriebenen Zeltheizgerät auch bei schlechten Witterungsbedingungen beheizt werden. Für verschmutztes Abwasser stehen zwei Abwasserpumpen und ein Behälter mit 5000 Liter Fassungsvermögen zur Verfügung.

Die Anlage ist mit dem Wasserdurchlauferhitzer über 5 Stunden autark betreibbar. Zusätzlich sind Anschlüsse für die öffentliche Strom- und Wasserversorgung vorhanden. Der Durchsatz beträgt etwa 50 Personen je Stunde. Bei voller Auslastung, die wohl eher selten erreicht wird, beträgt der Verbrauch etwa 3 Kubikmeter Wasser pro Stunde.

Außer zur ursprünglichen Aufgabe Dekontamination ist das System auch für andere Zwecke einsetzbar. Die Zelte bieten bei Katastrophenschutzeinsätzen einen guten Witterungsschutz und können beispielsweise als Aufenthaltsräume für Atemschutzgeräteträger genutzt werden.


Ge­samt­an­sicht mit LKW, Zelt und Hei­z­ge­rät Quelle: BBK